3 Techniken um Zweifel an deiner Idee zu beenden!

3 Techniken um Zweifel an einer Idee zu beenden

Da sitze ich wieder voller Zweifel.  Der Plan und die Idee ist ja ganz gut. Aber so richtig stimmig klingt es noch nicht. Wenn ich das jetzt einfach so mache und dann damit in die Öffentlichkeit trete, dann werden alle die Idee kritisieren. Klar, sie ist ja auch noch nicht perfekt.

Ja, so sitz ich wahrscheinlich mindestens einmal die Woche da und unterstütze meine Zweifel über Dinge, die bisher nur in meinem Kopf existieren.

Ganz genau geht es um Projekt- oder Businessideen die ich habe. Wenn die Idee kommt, dann ist es ganz klar. Ich sprühe vor Feuer und will eigentlich sofort starten und eigentlich schon das fertige Produkt sehen. Oh mann, die Fähigkeit Dinge zu visualisieren ist schon wirklich einer der Besten des Menschen.

Ich sehe manchmal schon den Namen des Projektes. Manchmal sehe ich schon wie es aussehen wird. Manchmal fallen mir schon gute Slogans ein, Finanzierungsmöglichkeiten oder konkrete Angebote die es geben wird.

Was dann letztlich passiert, ist dass ich im besten Falle ein paar Ideen notiere oder es mal einem engen Freund erzähle. Dann hat die Idee noch eine Lebenszeit von 3-5 Tagen in meinem Kopf und dann ist sie tot. Beerdigt auf dem „Friedhof der Ideen, die die Welt besser machen sollten”. Begraben neben der 100 Millionen € Idee und der Idee die die Abholzung des Regenwaldes beendet.

Leider passiert dies recht häufig und nur wenige Ideen kamen bisher ans Licht. Wenn ich das in Zahlen fassen müsste, sind es vielleicht 1%. Wirklich zufriedenstellend ist das nicht. Anderseits ist es vielleicht auch gut so wie es ist?

Denn großartige Ideen gepaart mit Zweifeln hat jeder von uns! Aber wo liegt die Grenze zwischen den Ideen die Realität werden und denen die beerdigt werden auf dem „Friedhof der Ideen, die die Welt besser machen sollten”?

Ich möchte euch ein paar Tipps vorstellen, mit denen man seine Zweifel über einer Idee testen kann. Wenn man die jedes Mal in seinem Kopf durchgeht, sobald die Zweifel anfange, kann man schauen wie berechtigt diese Zweifel wirklich sind.

1) Worst-Case Szenario

Die Worst-Case Szenario Visualisierung habe ich das erste Mal durch Tim Ferris kennengelernt aus seinem Buch “Four hour work week”, welches ich nur jedem ans Herz legen. Aber letztlich ist das nicht neues und wurde schon von Generationen von erfolgreichen Menschen angewendet.

Es geht kurz und knapp darum, dass man sich ganz genau vorstellen soll was das schlimmste Szenario ist welches Eintreffen kann, wenn man dieser Idee nachgeht. Wenn dieses Szenario immer noch lösbar scheint oder das bestmögliche Ergebnis der Idee richtig gut ist, dann ist es Wert dieses auszuprobieren. Außerdem hilft es gleich die Risiken kennenzulernen.

Ein Beispiel könnte so aussehen:

Das Schlimmste was mir passieren kann wenn ich ein Projekt organisiere ist, dass:

– Meine Freunde sich von mir abkehren und denken, dass ich ein vollkommender Trottel bin.

– Ich irgendwann kein Geld mehr habe und der Staat mich stützen muss.

– Ich im Lebenslauf einen schwarzen Fleck hab, in dem ich keinen richtigen Job oder mich aufs Studium konzentriert habe.

Das sind definitiv alles keine schönen Punkte und wenn ich die Wahl habe, dann wähle ich lieber das Gegenteil von jedem Punkt. Aber anderseits, weiß ich auch wie ich jeden Punkt beheben kann.

– Ich kann mich mit meinen wichtigsten Freunden treffen und mich erklären. Wenn sie wahre Freunde sind, verstehen sie es. Weitere Freunde findet man durch das Suchen neuer Gruppen oder Vereine.

– Wenn ich kein Geld mehr habe, kann ich für 1-3 Monate bei meinen Eltern wohnen um keine Miete zahlen zu müssen. In der Zwischenzeit suche ich mir einen Nebenjob mit dem ich möglichst schnell wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Alternativ kann ich auch von Essensmarken leben oder einfach für ein paar Woche nicht mehr ausgehen oder shoppen.

– Sollte ich schon vorher einmal einen richtigen Job gehabt haben, dann kann ich jederzeit wieder auf das Level zurückfallen und in dem Job wieder anfangen.

Das klingt für mich machbar. Nicht angenehm, aber machbar. Wenn ich das jetzt auf einer Skala von 1-10 bewerte, wobei 1 ein kleiner Kratzer ist und 10 Tot, dann ist das für mich eine 3.

Wenn ich jetzt gegenrechne, was mich erwartet im Erfolgsfall meiner Idee, dann komme ich vielleicht auf eine 8. Auch wenn eine Quantifizierung hier fast Unsinn ist, würde ich behaupten, dass jeder 2-3 Mal in sein Worst-Case Szenario kommen kann, um eine mögliche 9 oder 10 auf der Erfolgsskala zu erlangen.

Kurz gesagt: Das Worst-Case Szenario wird in aller Regel nicht eintreten. Und die Fails die man auf dem Weg zum Erfolg hat, sind meistens sehr viel harmloser.

2) Einbindung in bisherige Projekte

Ein zweiter Punkt an dem ich feststelle, ob eine Idee machbar ist oder nicht, ist zu schauen wie sie in meinen bisherigen Kontext passt. Es ist sehr viel leichter, wenn man schon auf vorhandenes Wissen, Kontakte oder ein Team zurückgreifen kann. Wenn man von Null anfangen muss, dann ist es schwerer überhaupt anzufangen. Die Idee muss, dann schon wirklich so gut sein, dass es sich lohnt die Kosten (Zeit) auf sich zu nehmen.

Die Fragen die ich mir dann ganz konkret stelle sind:

– Wen kenne ich persönlich der in der Richtung mehr Erfahrung hat als ich?

– Würde mein Freundeskreis diese Idee feiern? Würden Sie mich ab Sekunde Null unterstützen?

– Welche Ressourcen aus meinem bisherigen Projekten kann ich dafür nutzen? Wie lassen sich diese Verknüpfen?

– Muss ich meine andern Projekte einschränken? Wenn ja, wie hoch wird der Einschnitt sein und kann ich schon einen Kompromiss einsehen?

– Kann ich Kunden oder Kontakte von dem einen Projekt in das Andere “mitnehmen”?

– Falls ich keinerlei Startpunkt habe, wie kann ich trotzdem schnell das Projekt beginnen?

3) Sind die ersten 5 Schritte in 5 Tagen machbar?

Um die ersten Zweifel los zu werden, hilf es auch zu überlegen, welche konkreten erste Schritte man machen könnte. Das große Ziel welches man sieht ist zwar in der Regel noch nicht genau fest, aber trotzdem kann man schon grob einschätzen was für Meilensteine es bräuchte für die Umsetzung. Wenn ich einen Laden aufmachen will, dann muss ich mir irgendwann einmal klar werden wo der sein soll, was dort verkauft werden soll, wer dort hinkommen soll, usw. Von dieser groben Planung muss man jetzt überlegen, welche ersten 5 Schritte ich gehen muss, um mehr zu erfahren darüber ob die Idee wirklich gut ist, oder nicht.

Ziel dieser Übung ist es vor allem, die Zweifel zu nehmen vor der Angst, dass man das nicht schaffen könne und man eh schon so viel zu tun hat. In der Regel bekommt man es irgendwie unter. Hilfreich dazu ist folgendes Vorgehen:

1) Stelle dir die Frage welche ersten 5 Schritte nötig sind, um mehr über die Umsetzung zu erfahren.

Dies kann zum Beispiel sein, zu erforschen ob es so etwas schon gibt. Oder man schreibt die Idee auf und fragt ein paar Freunde nach deren Meinung. Anhand deren Feedback, kann man schon ein mal grob die Nachfrage einschätzen. Oder man ruft einen Experten an und stellt ihm einfach eine Handvoll fragen. Schreibe die konkreten Aufgaben auf, mit Datum wann du diese erledigst.

2) Stelle sicher, dass diese Aufgaben jeweils nicht mehr als 15 Minuten dauern.

Breche sie runter zu wirklich den 5 kleinsten, aber effektivsten, Aufgaben. Das zwingt dich einerseits schon von Anfang an im Pareto-Mindset zu arbeiten. Außerdem kannst du 15 Minuten sehr viel leichter frei machen am Tag. Überlege was du im Moment täglich machst, wo du eigentlich auch etwas anders machen könntest. Vielleicht fährst du ja jeden Tag 15 min mit der Bahn oder schaust eh zu viele Serien?

Ein anderer Vorteil ist, dass du so auch mehrere Ideen gleichzeitig testen kannst.

3) Selbst wenn du extrem motiviert bist, versuche dich an die 5 Tage zu halten mit nur jeweils 15 min Aufgaben.

Das Ziel der 5 Tage ist, dass die meisten Ideen spätestens am fünften Tag schon nicht mehr so gut klingen wie am Anfang. Der Fokus hat vielleicht zu einem anderen Thema gewechselt oder vielleicht weiß man jetzt aus seinem neuen Wissen heraus, dass das Projekt einfach nichts für einen ist?

Außerdem geben dir die 5 Tage Gelegenheit, stärker über die Idee nachzudenken und Informationen zu sammeln. Du wirst auf jeden Fall um einiges klüger sein in dem Themengebiet als vorher. Wenn du noch dabei bist und die Idee noch Feuer hat, dann kannst du nun sehr viel selbstsicherer in die nächste Phase gehen

4) Plane am Ende der 5 Tage die nächsten 10 Tage.

Die Idee ist mittlerweile schon greifbarer. Jetzt geht es darum die nächsten 10 Tage zu planen. In denen planst du dir weiterhin nur 15 bis maximal 30 min pro Tag ein für die Aufgaben. Lege wieder für jeden Tag die genaue Aufgabe fest. Erzähle außerdem an dem Punkt auch deinen Freundeskreis, dass du nun dieses Projekt machst. Das erhöht den sozialen Druck auf dich.

Am Ende der zweiten Phase, sind auf jeden Fall deine anfänglichen Zweifel nicht mehr existent oder haben sich gewandelt.

Ich selber bin auch nicht Frei von Zweifeln und muss selber auch noch viel dazulernen in dem Bereich. Allerdings helfen mir diese 3 Punkte in Kombination immer zu testen ob die Zweifel real sind oder ob ich sie leicht abkehren kann.

Habt ihr auch öfters Zweifel? Welche Techniken wendet ihr an? Haben sich bei einem Fall die anfänglichen Zweifel auch bestätigt? Wo sind die Zweifel, schnell vergangen, nachdem man sich intensiver mit der Idee auseinandergesetzt hat?

Ich freu mich auf Eure Kommentare!

Euer Kevin.

 

 

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