Baue dir deine persönliche Marke auf und fange an wie ein Produzent zu denken!

Eine eigene Marke aufzubauen klingt irgendwie verstörend, oder? Immerhin haben wir doch schon einen Namen und brauchen nicht noch eine Marke.

Doch wenn man ein wenig drüber nachdenkt, dann ist es ziemlich klar worum es geht. Jeder der einen Job finden will, befindet sich auf dem Arbeitsmarkt. Also ein Markt voll mit Arbeitskraft. Und auf einem Markt muss man in irgendeiner Weise hervorstechen, damit Leute bei einem Kaufen. Wart ihr schon einmal auf einem Großmarkt? Dort gibt es Dutzende Händler die eigentlich alle das Gleiche anbieten. Doch dennoch entscheidet man sich dann für nur eine Person und diese Entscheidung macht man eher an emotionalen Kriterien fest als an rationalen Kriterien. Wir geben Produkten oder Händlern eine Marke und markieren sie damit gedanklich, um sie einordnen zu können.

Genauso läuft es auch auf dem Arbeitsmarkt ab. Es gibt hunderttausende Ingenieure auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Alle haben eine gute Ausbildung genossen, viele von denen haben sogar schon Arbeitserfahrung und vielleicht auch schon in genau den geforderten Themenbereich Erfahrung. Wieso sich denn für eine Person entscheiden?

Die Antwort ist, dass Bewerber auch hier eine persönliche Marke bilden müssen!

Wenn man nach einer Bewerbung eingeladen wird und dann nach dem Gespräch den Job bekommt, liegt das zu min. 70% an deiner Marke. Entscheidungen werden nur zu 10 – 30% wirklich rational getätigt (siehe hierzu das Buch „Die Kunst seine Kunden zu lieben“ von Stefan Merarth) . Der Rest geschieht emotional. Wenn man eine Marke verkauft und damit beim Arbeitgeber den Willen weckt, diesen Bewerber umbedingt im Team haben zu wollen, hat man gewonnen. Erfahrung, Lebenslauf oder gar Fähigkeiten sind dabei in aller Regel nebensächlich.

Arbeitsfragen die du dir stellen solltest:

•Über welche Medien kann ich meine Marke am besten kommunizieren?

•Wie kann ich das was ich kann und das was ich machen will in einem Satz formulieren?

•Wie sollten andere Leute von mir reden in 3 Jahren? Wie in 15 Jahren? Welche Attribute nutzen sie um mich zu beschreiben?

•Welche Organisationen und welche Personen/ Positionen in diesen Organisationen könnte meine Marke am ehesten ansprechen?

Heutzutage ist es schon vielerorts so und es wird in Zukunft noch stärker, aber Arbeitnehmer werden immer mehr zu Selbstständigen. Die Zahl derjenigen die für lange Zeit in einem Unternehmen bleiben wird immer geringer und die Arbeitsverhältnisse werden immer flexibler. Die Debatte ist nicht neu, aber besonders wenn wir über das Thema Personal Branding sprechen, wird es aktuell.

Schwierig wird das Thema wenn man frisch aus dem Studium oder der Schule kommt und noch nichts vorweisen kann. Also was dann tun? In dem Post sollst du 6 Dinge lernen, mit denen du dich auch ohne lange Arbeitserfahrung als Experte etablieren kannst.

1) Gebe Kurse und unterrichte andere 

Eine persönliche Marke ist immer auch verknüpft mit einer Expertise in einem Gebiet. Also wieso nicht zeigen, dass man diese Expertise hat? Es gibt immer Leute die genau das können und wissen wollen, was du schon kannst! Und dabei ist es egal was es ist. Wenn du gut in Gartenarbeit bist, gut Türkisch sprichst, gut Basketball spielst oder einfach belesen bist in der deutschen Geschichte des 19 Jahrhunderts. In allen diesen Gebieten gibt es Leute die weniger Ahnung haben als du und es gerne lernen möchten. Also gebe Kurse dazu und unterrichte andere. Das hat den Vorteil, dass du vielleicht ein bisschen Geld machen kannst, sicherer wirst in dem Bereich und vor allem man dich als Experten ausweisen kann.

Ein einfacher Weg dafür ist, in dem du in der Schule oder der Uni Nachhilfe anbietest. Hänge einfach einen Zettel ans Schwarze Brett oder poste es in Facebookgruppen deiner Fachschaft. Erst wenn sich ein paar Leute melden, suche dir einen Raum oder Ort. Aber du kannst auch außerhalb davon Kurse anbieten zum Beispiel auf Ebay Kleinanzeigen oder auf Seiten wie Traincrowd. Alternativ ist es auch ein einfacher Start, wenn du in einen Verein gehst der so etwas schon machst und dich in einen schon bestehenden Kurs anbietest (z.B. werden immer Fussballtrainer gesucht für die Jugendgruppen).

2) Schreibe in einer Zeitung oder baue dir einen Blog auf

Einer der besten Wege zum Aufbau einer persönlichen Marke geht über das Schreiben. Dabei geht es darum, dass Geschriebenes erstens eine lange Haltbarkeit hat, zweitens immer überzeugender wirkt als nur Gesprochenes und es dir auch selber hilft sicherer zu werden im Thema. Jeder Journalist, Blogger oder Autor der schreibt erntet Kritik und Lob, und es ist die eine Sache wie er damit umgeht. Aber auf jeden Fall bezieht er Stellung zu einem Thema und wird dadurch gehört (oder gelesen) von all denjenigen die in dem Themengebiet des Autors sich bilden wollen. Automatisch wird der Autor zur Autorität. Automatisch bildet sich eine persönliche Marke. Zudem kannst du später deine Artikel auch Arbeitgebern vorzeigen und Ihnen damit beweisen, was du wirklich weist von dem Thema! Besser als nur eine Note zu haben in einem Studienfach.

Wie kannst du das machen?

Du kannst relativ leicht heutzutage einen Blog aufsetzen und einfach loslegen mit schreiben. Erzähl deinen Freunden davon und versuche auch zunehmend Fremden davon zu erzählen. Aufbauend darauf oder auch unabhängig davon, kannst du lokale Zeitungen kontaktieren und fragen, ob du für sie schreiben kannst. In der Regel haben sie Mangel an Autoren und du könntest es auch zum Anfang zu einem günstigen Preis anbieten. Versuche in den Artikeln ein wenig zu polarisieren, um Aufmerksamkeit zu erregen. So stichst du heraus aus der Masse. Solltest du weiterhin Spaß am Schreiben, kannst du deinen Blog groß machen oder du kannst auch bei größeren Zeitungen anfragen (falls sie es noch nicht getan haben).

3) Stelle Dinge her, sei kreativ und zeige es anderen!

Wenn ich auf meiner Pinnwand auf Facebook oder auf Instagram scrolle, dann gibt es vielleicht nur 1% der Leute und Post die irgendetwas eigenes hergestellt haben und dies zeigen. Hier und da ist mal jemand, der etwas gebaut, gezeichnet oder gebastelt hat. Aber der Großteil sind (zu mindestens nach Außen hin) Konsumenten, anstatt Produzenten. Dabei ist es so enorm machtvoll, wenn man Dinge herstellt, die anderen etwas nützen und dies dann präsentiert.

Bist du der Typ, der gerne am Wochenende mit seinen Kumpels mal in ein paar Stunden eine Maschine baut? Programmierst du gerne und baust Webseiten oder Apps? Oder du nähst gerne und machst selber Kuscheltiere? Vielleicht ist es einfach nur just for fun und auch nur für den Eigenbedarf. Aber es ist ein Teil deiner Fähigkeiten, deiner Kreativität und Persönlichkeit. Nutze das um zu zeigen wer du bist und um dir eine persönliche Marke aufzubauen.

Teile es auf Facebook, Pinterest, Instagram oder schreibe einen Blogartikel über deine Produktion. Schnell wird man wissen, wofür du stehst und das nächste Mal wenn jemand ein eigenes Bauprojekt, eine eigene Website oder Kuscheltiere braucht, dann werden sie auf dich zukommen, denn du bist der Experte.

4) Halte Reden und Vorträge

Punkt 4 ist Analog zu den ersten beiden Punkten. Nur ist es noch machtvoller. Denn du kannst dich auf einer externen Plattform direkt vor anderen Leuten zeigen. Damit hast du sofort eine Reputation und kannst diese dann weiter ausbauen. Wenn du auf einer Veranstaltung einen Vortrag hältst, dann kannst du dich a) als Experten positionieren, b) stehst auch für Leute die deinen Vortrag nicht sehen, aber z.B. auf die Webseite der Veranstaltung gehen, als Experte da und c) kannst direkte Kontakte aufbauen mit Leuten. Diese Effekte lassen sich noch hebeln, wenn du deine Vorträge aufnimmst auf Kamera oder Audio und diese dann veröffentlichst.

Du kannst anfangen mit Vorträgen in einem kleinen Rahmen in einem Themengebiet in dem du dich gut auskennst und im besten Falle schon etwas geschrieben, unterrichtet oder hergestellt hast (also Punkt 1, 2 und 3). Diese Veranstaltungsreihen sind in der Regel froh, wenn sie Redner haben und nicht selber Leute ansprechen müssen. Hierbei bieten sich zum Beispiel Meet-ups gut an, die regelmäßig stattfinden. Biete ihnen einfach an einen 15 min Vortrag Impulsvortrag zu halten.

Dieser Punkt 4 hat außerdem noch den Vorteil, dass du (sehr wahrscheinlich) an deine Komfortgrenze gehst. Denn vor fremden Leuten zu reden, löst bei den meisten Leuten Angst oder Unsicherheiten aus. Wenn man später im Beruf einmal eine führende Position einnehmen will, dann muss man täglich vor Leuten sprechen und darin eine Routine aufweisen. Deswegen ist es auch wichtig regelmäßig im kleinen Rahmen Reden zu halten. Auch wenn das ein wenig albern klingt, aber es hilft ungemein für dich persönlich und auch für deine eigene persönliche Marke.

5) Gründe Gruppen oder Vereine

Einer der besten Wege um eine persönliche Marke aufzubauen, ist es wenn man sich an die Spitze einer Bewegung stellt. Die Bewegung kann auch in kleinen Rahmen sein. Wichtig ist, dass man in gewisser Hinsicht Führung übernimmt. Heutzutage kann man sehr leicht über Meet-ups gleichgesinnte kennenlernen. Wenn man ein paar Leute hat die in die gleiche Richtung schwimmen, dann kann man mit denen eine Gruppe oder vielleicht gar einen Verein gründen. Ein Kumpel von mir ist zum Beispiel im Thema Urban Gardening gut belesen und fasziniert davon. Beinahe unbewusst hat er sich anfangs einer Meet-up Gruppe angeschlossen und schnell darin Führung übernommen, da er einfach begeistert ist von dem Thema. Sie haben gemeinsam einen Garten aufgebaut und eine lebhafte Gruppe aufgebaut mit fast 100 Leuten. Ohne Frage konnte er sich durch die Gruppe weiterbilden, aber sich auch als Experten darstellen. Heute arbeitet er daran nach Außen hin den Garten und die ganze Bewegung des Urban Gardening zu promoten.

Welcher Arbeitgeber wäre nicht daran interessiert, jemanden im Team zu haben der Leute motivieren, unterrichten und führen kann und dann auch noch mit breiter Brust nach Außen hin sein Unternehmen repräsentiert?

6) Führe Interviews mit deinen Wunscharbeitgeber

Dieser Punkt erscheint vielleicht erst einmal ein wenig konträr. Immerhin willst du ja ein Jobinterview. Aber wieso nicht den Spieß umdrehen und auf den Arbeitgeber zu gehen und ihn kennenlernen? Auch die Chefs von Unternehmen, egal wie groß, sind auch nur Menschen. Und in der Regel sind sie immer offen, um über ihre Firma oder ihr Themengebiet zu philosophieren. Also nutze das und komme in Kontakt mit ihnen und stelle ihnen die Fragen die schon immer stellen wolltest. Lerne sie persönlich kennen, lerne ihre größten Probleme kennen und versuche diese dann zu lösen.

Das kannst du zum Beispiel gut auf Veranstaltungen machen, auf denen sich diese tummeln. Dabei muss es ja nicht genau der Arbeitgeber sein, bei dem du am allerliebsten arbeiten willst. Auch schon der Konkurrent oder eine verwandte Branche oder Zulieferer kann hilfreich sein. So lernst du den Schlag Mensch kennen der dort arbeitet, sammelst Kontakte und kannst schauen wie gut du mit ihnen interagierst. Wenn du gut bist, kannst du schon dadurch einige Jobinterviews bekommen und dann auf einer sehr viel besseren Basis diese von dir überzeugen, als wenn du nur deinen Lebenslauf hingeschickt hättest. Du hast dir dann deine persönliche Marke aufgebaut bei genau den Leuten, die du erreichen willst. Zielgerichteter geht es gar nicht.

Zusammengefasst? – Be a Producer!

Alle Punkte haben zusammengefasst ein wesentliches Merkmal. Sie alle zwingen dich etwas zu produzieren und eine klare Position zu bilden. Nur wenn man proaktiv ist und man dich wieder erkennen kann, stichst du hervor. Für jeglichen Erfolg im Leben musst du aus der Masse hervorstechen. Sei es bei der Jobsuche, der Suche nach einem Partner oder beim Aufbau eines eigenen Business. Der Schlüssel dazu ist, dass du dich aus der Perspektive des Konsumenten, in die Position des Produzenten schieben musst.

Wenn du einen Job haben willst, dann musst du dem Arbeitgeber beweisen, dass du etwas für ihn produzieren kannst. Bei einer Tischlerei ist es einfach, da in der Regel jeder eine Lehre zum Tischler macht in der er Dinge produziert. Schwieriger ist es bei Jobs im 4. Sektor. In der Regel sind dort vor allem kreative Fähigkeiten gesucht, um Produkte zu produzieren. Im Studium bekommt man diese Fähigkeiten nicht, weswegen frische Absolventen für die Arbeitgeber in aller Regel wenig hilfreich sind. 

Umso wichtiger ist es, dass man raus geht und eine eigene Marke bildet und zeigt, dass man Menschen erreichen kann durch das Eigenproduzierte.

Also welchen der 6 Schritte hast du schon getan? 

Euer Kevin

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p.S. Sehr hilfreich in dem Zusammenhang ist auch das Buch Instant Interviews – 101 ways to get the best job of your life von Jeffrey G. Allen.

 

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