Erkenntnisse

Ich habe heute einige wichtige Erkenntnisse gewonnen. Liebe Mitbewohner, ihr sollt nicht unwissend weiterleben:

 

Erkenntnis #1: Man muss nicht 1000 Wörter schreiben um einen Blogartikel zu schreiben.

Ja, ein Grund wieso ich seit Oktober kein Blogpost mehr geschrieben habe, war der Glaubenssatz, dass ich ausschließlich lange und wertvolle Artikel schreiben müsste. Alles andere interessiert die Leser ja eh nicht. Auf mehreren der zahlreichen Blogs die über Bloggen bloggen (jap, richtig), stand immer das Mantra man müsse mindestens 1000 Wörter schreiben, besser noch mehr, sich 3 Tage Zeit nehmen für einen Artikel, Grafiken entwickeln und möglichst viel Inhalte rüberbringen. Alles richtig und wie ihr in meinen früheren Artikel seht, habe ich mich brav daran gehalten.

Doch heute bin ich über den Blog von Matt Mullenweg gestolpert. Er ist der Gründer von WordPress und ein sympathischer Typ. Sein Blog ma.tt, hat nicht nur eine coole Adresse (kev.in wäre eigentlich auch für mich stark, ist aber schon vergeben), sondern postet gerne lange Posts, aber auch kurze Blogpost. Das ganze ist trotzdem lesenswert und spannend. Im Gegenteil es ist sogar mehr Abwechslung vorhanden.

–> Die Erkenntnis lautet also, lieber regelmäßig schreiben und sie nicht an merkwürdigen Konventionen klammern.

Erkenntnis #2: Wir leben in Blasen und Schlössern aus Glaubenssätzen.

Ausgehend von Erkenntnis #1, die Erkenntnis, dass wir uns in vielen Blasen bewegen. Anders gesagt wäre es auch das Thema Glaubenssätze und wie man sich unbemerkt ein Konstrukt aus Glaubenssätzen schaffen kann. Die oben genannte Blase ist die Blog-Marketing Blase. Schön dort. Es gibt einfache Formeln und einige Leute die Zeigen wie leicht es ist. Leider erreicht man damit nur einen Nanoteil der Menschen, auch wenn es größer wirkt. Schade eigentlich.

Die Zweite Blase ist die „Prenzlauer Berg Blase“. Die ist mir Vorgestern wieder bewusst geworden, bei einen Spaziergang durch meinen Kiez. Auch sehr schön. Die Welt besteht aus Kaffeetrinken, Shoppen und 30h/Woche Office-Jobs. Leider gibt es hier keinen Blick auf alles was außerhalb der Blase ist, wie Verdrängung, Armut oder Obdachlosigkeit, obwohl es direkt zwischen den Bewohnern der Blase jeden Tag ersichtlich ist. Schade eigentlich.

Erkenntnis #3: Menschen würdigen das Ereignis mehr als den dazugehörigen Prozess.

Das ist eigentlich keine neue Erkenntnis, den das wurde schon in zahlreichen Studien bewiesen. Heute aber habe ich meine Masterarbeit verteidigt und damit endlich dieses Kapitel Studium abgeschlossen (Gratulation! | Ja, danke!). Die Handvoll Leute denen ich im Vorfeld und danach davon erzählt haben, waren aufgeregt und haben sich gefreut.

„Ja, jetzt kann es ja endlich das Leben losgehen!“.

Aber eigentlich hat das Thema Studium schon vor über 5 Jahren angefangen und viel Zeit und Schweiß gekostet. Das ist ein ewiger Prozess, für den man am Ende nur einen Zettel bekommt und ein paar Glückwünsche. Vielen Dank! Niemand aber beglückwünscht den Prozess der Veränderung in diesen Jahren. Das nehme ich auch niemanden Übel, denn wie auch soll man diesen Prozess von Außen bewerten können? Das können vielleicht noch enge Freunde oder die Familie, aber andere haben keine Chance.

Deswegen schlage ich vor, dass jeder Student am Beginn seines Studium und am Ende seines Studiums jeweils die selben Fragen schriftlich beantwortet und man diese dann anschließend jedem zum Lesen gibt. In dem Text, könnten Fragen zur Weltpolitischen Fragen, zu Religion, zu den regelmäßigen Tagesabläufen, zu den Hobbys und Fähigkeiten, zu den Zielen im Leben oder auch der Motivation zum Studium stehen. Stelle dir vor, dass müsse jeder machen und man müsse dies vorzeigen beim Arbeitgeber. Das wäre doch stark! Dann sieht man wie sich derjenige entwickeln kann und was für ein Potential da drin steckt. Und dann stelle dir vor einen ähnlichen Text müsste man auch für jede neue Arbeitsstelle schreiben! Spätestens ab der Dritten Arbeitsstelle bei der wir uns nicht entwickelt haben, würden doch die meisten aufwachen und sehen, dass persönliche Entwicklung absolut notwendig ist.

Wäre doch spannend oder?

 

Euer Kevin

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *