Systeme anstatt Ziele, für die persönliche Weiterentwicklung

Wenn man Jung ist, nennt man es Pubertät und Bildung. Wenn man Erwachsen wird, nennt man es irgendwann persönliche Weiterentwicklung.

Gemeint ist die Arbeit an seinen Fähigkeiten und seiner Persönlichkeit. Man hört in sich rein und dann schaut man, ob das was als Echo zurückkommt dem entspricht wie man sich selber gerne sieht. Dies geht meist so lange hin und her, bis man Wege findet daran zu arbeiten die aktuellen Stärken und Schwächen so zu dehnen (oder zu schrumpfen), dass die selbst gesteckten Erwartungen erfüllt werden. Hat man den Punkt kurz erreicht, fallen einem wieder neue Baustellen im Inneren auf und baut neue Erwartungen auf. Dieser Prozess geht dann kontinuierlich weiter bis man stirbt. Was dann passiert weiß ich leider nicht.

Es klingt also nach einem Rennen im Hamsterrad bei dem man nie fertig wird und getrieben wird von der eigenen Unzufriedenheit über sich selbst. Sicherlich auch ein Hauptgrund für die neuen Volkskrankheiten Burn-Out und Depression.

Doch ist dieser Kampf oftmals nicht intrinsisch, sonder auch getrieben durch die eigene Umwelt. So ist die Konfrontation mit sich selbst z.B. klarer Bestandteil der großen Weltreligionen. Im Christentum legt man eine Beichte ab, wenn man nicht zu seinen eigenen Standards gelebt hat. Man predigt Besserung, um ja noch die Chance auf den Himmel zu haben; den Ort der nur für die Leute gedacht ist die ihre Persönlichkeit an die Erwartungen Jesu Christi angepasst haben. Den Buddhismus praktiziert man. Der Edle Achtfache Pfad dient als Anleitung um ins Nirvana zu gelangen und ist gespickt mit Erwartungen an die persönliche Weiterentwicklung durch z.B. Rechtes Streben.

Lange Einleitung, kurzer Sinn.

Jeder betreibt persönliche Weiterentwicklung, doch nicht alle tun dies in gleich guter Qualität. Es ist eine Fähigkeit wie jede andere, die man üben und studieren muss.

Ich persönlich bin ein großer Fan davon und verbringe gerne Zeit damit. Daher hier ein paar nützliche Gedanken für Euch zum anwenden.

Die großen Bereiche im Feld der Persönlichen Entwicklung sind:

• Fitter werden, gesünder zu leben und länger zu leben

• Effektiver und produktiver zu arbeiten

• Die geistige Fähigkeit erhöhen (durch z.B. Logikaufgaben)

• Spezielle Fähigkeiten zu erlernen, wie z.B. Sprachen

Für das Gehirn gibt es vor allem zwei elementare Wege wie wir Dinge lernen (und auch verlernen). Also starke neuronale Verbindungen geschaffen werden, die wir später mit wenig Energieaufwand/Konzentration abrufen können.

1. Durch Routinen und dadurch, dass wir Dinge so oft machen bis wir sie können.

2. Durch stark einprägsame Ereignisse

Da der zweite Weg nur schlecht planbar ist, beschäftigen wir uns mit ersterem.

Systeme zur Weiterentwicklung bauen anstatt Ziele setzen

Dieser Tipp ist vor allem relevant, sobald man aus dem Bildungssystem ausgespuckt wird. Bis zum Ende der Schule und der Uni übernimmt jemand anderes dies. Man bekommt ein Paket in Sport und Fitness gelehrt, man bekommt über Kunst- und Musikfächer gelehrt wie man sich selber künstlerisch ausdrücken kann und in anderen Fächern lernt man kritisch zu denken oder logische Zusammenhänge zu erkennen.

Doch ab dann flacht die Lernkurve ab, da es an einem System fehlt was einem zwingt regelmäßig zu lernen. Man kann große persönliche Ziele nur nachhaltig erreichen, wenn man ein System dafür hat. Dieses soll den Faktor intrinsische Motivation minimieren und baut stärker auf das Unterbewusstsein und Externe Antreiber als Erfolgsfaktoren.

Ein Beispiel für ein System kann sein, dass wenn man besser werden möchte in einer Sportart, einem Verein betritt. Das ist recht simpel da man so den sozialen Druck auf seine sportlichen Ziele erhöht und regelmäßige Termine hat. Im Bereich der fachlichen Weiterbildung kann ein System sein, dass man sich schon ein halbes Jahr im voraus Tickets für Konferenzen, Workshops oder Exkursionen bucht. Hat man erst einmal den Geldbeutel gezückt, ist man in die Weiterentwicklung investiert und wird nur mit schwerem Herzen davon zurücktreten. Lustigerweise steigt der Faktor, je mehr man Geld ausgibt für ein Seminar. Wahrscheinlich auch ein Grund, wieso Seminare oftmals so teuer sind 😉

Weitere Beispiele zur Inspiration:

• Ich nehme mir jeden Samstag mit Freunden oder Familie Zeit um zu schauen, welche Gegenstände im Haushalt man verkaufen kann auf Ebay. So schafft man nicht nur eine coole Zeit und kann einen kleinen Wettkampf machen, nein man schafft auch ein System zur Einkommensgenerierung und fürs Aufräumen. 

Ich melde mich schon 3-4 Monate vorher für Laufwettkämpfe an. Steht ein Lauf im Kalender und habe ich dafür bezahlt, dann trainiere ich auch und so bleibe ich fit.

Ich fange einen Blog an und schreibe jede Woche einen Beitrag. So kann ich mein Schreiben üben und/oder kann nebenbei eine Geldquelle aufbauen.

Ich habe ein Glas für Kleingeld und entleere jeden Abend meine Geldbörse. Wenn das Glas voll ist, spende ich es an einen guten Zweck. So habe ich ein Modell wie ich ohne nachzudenken und ohne meine Reserven anzugreifen Geld spenden kann für die Dinge die mir wichtig sind.

Affirmationen 

Oder so lange über seine Ziele reden, bis mans selbst glaubt. Affirmationen sind einfache Wiederholungen von Sätzen die dazu führen, dass sich diese in den Kopf einbrennen. Die Synapsen verstärken sich und sind leichter zu aktivieren. Das heißt, es ist irgendwann leicht an seine Ziele und seine Vision zu denken und sein Handeln danach auszurichten. 

Mit Affirmationen arbeitet man, in dem man sich jeden seine Ziele und Wünsche vorträgt oder aufschreibt. Schreib jeden Tag 15 Mal den Zustand auf den du erreichen willst. Automatisch wird sich dein unbewusstes und später auch den bewusstes Handeln danach ausrichten. Im Klassiker “Think an Grow Rich” schreibt Napoleon, dass man sich jeden Morgen 10 Minuten hinsetzen soll und sein Einkommensziel, den Zeitpunkt wann man dieses Einkommen hat und wie man dieses erreicht aufschreiben soll. Auch wenn dein Wunsch vielleicht in keinster Weise monetär oder material ist, funktioniert die Technik auch für alle immateriellen Ziele. Wichtig dabei ist, dass du von dem Zielzustand ausgehst. Sage dir nicht, “Ich möchte, …” oder “Ich will …”, sondern “Ich habe…/ Ich bin …/ Ich kann …“

Dies sind nur 2 System die einem dazu bringen können seine Wünsche und persönlichen Ziele weiterzubringen. Das schöne daran ist, man muss gar nicht sonderlich ambitioniert im Leben sein und jeden Tag super-hart an diesen Zielen arbeiten. Hat man diese Systeme einmal aufgesetzt, handelt man beinahe im Autopilot-Modus und hat keine Qual mehr dabei. 

Eine weiteres System sind Lernroutinen. Darüber habe ich schon hier geschrieben LINK =) 

Mich würde interessieren wie ihr eure persönlichen Ziele angeht und was dabei gut funktioniert und wobei ihr regelmäßig scheitert. Vor allem letzteres interessiert mich, hehehe. 

Euer Kevin

von: lifehacker.com

von: lifehacker.com (Wieso müssen solche generischen Photos immer so cheesy sein?)

 

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