Utopien I

Wieso nicht mal träumen und sich selber vorstellen wie die Zukunft aussehen sollte? Nur wer ein Bild der Zukunft hat, kann sie auch gestalten. Wer nicht gestaltet, darf sich später nicht beschweren. Hier Vorschlag Nummer 1.

I – Autofreie Städte

Städte sind im Mittelalter entstanden, da durch kurze Wege hohe Netzwerkeffekte entstehen. Man kann schnell innerhalb weniger Kilometer jemanden finden, der sein Möbelstück repariert, der einem Gewürze anbietet, der medizinische Hilfe leisten kann oder man kann Kultur im Theater genießen. Alles Dinge die so auf dem Land schwerer zu erreichen sind. Das System der kurzen Wege wurde größtenteils beibehalten bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Doch mit dem Aufstieg des Autos wurden die Städte breiter und die Wege wurden länger. Die Leute zogen ins Umland oder in Großwohnsiedlungen am Rande der Stadt. Mobilität ist nun ohne Auto nur noch mit längeren Aufwand möglich. Mit dem Fahrrad in die Innenstadt oder gar laufen, ist nur für die fitten Mitmenschen möglich.

Langfristige Entwicklungen hin zu einer autofreien Stadt:
  • Die Digitalisierung wird uns weniger geographisch Abhängig machen von Dienstleistungen und Waren. Bsp. Lieferservices und Virtual Reality
  • Alle Straßen, aber insbesondere die in den Städten, müssen mit Sensoren und Mikroprozessoren ausgestattet werden. So ist eine intelligente Verkehrssteuerung möglich. Das müssten vorübergehend Autos sein, können langfristig aber auch andere Fortbewegungsmedien sein.
  • Der Luftraum muss eingenommen werden. Vereinzelt hat man schon mit Seilbahnen in manchen Städten große Erfolge erzielt. Solange wir noch nicht jeder ein eigenes Mini-Flugzeug haben und dieses mit sauberer Energie ausgestattet ist, muss dies der Weg sein. Das wird erst einmal noch ungewohnt sein und ganz neue rechtliche Fragen kommen dabei auf. Aber mal ehrlich, wie viele von euch schauen in der Stadt in den Himmel während sie die Straße runterlaufen?
  • Letztlich Umbau der Nebenstraßen zu Fußgängerzonen, bzw. Naherholungsräume, -versorgungsräume
Kurzfristige (nötige) Entwicklungen hin zu einer autofreien Stadt:
  • Verbannung von Verbrennungsmotoren aus der Innenstadt
  • Ausbau der Fahrradwege anlehnend an das Modell Kopenhagen
  • Senkung der Preise für den öffentlichen Nahverkehr (Stichwort Bürgerticket)
  • Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Vor allem engere Takte und Bau von Seilbahnen.
  • Von Seiten der Privatwirtschaft, Schaffung von Geschäftsmodellen rund um autofreie Logistik. Von Seiten der öffentlichen Hand, aktive Förderung dieser Konzepte
  • Schaffung von autofreien Kiezen, um zu zeigen wie viel lebenswerter ein Leben ohne Lärm und Gefahr von Autos ist

Ich bin mir sicher, dass man im Jahr 2100 auf uns zurückschaut und sich fragt, wie wir damals bloß so viele Autos in den Städten haben konnten. Genauso wie, wir heute zurückschauen auf Pferdekutschen im Jahr 1900.

 

 

 

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