Was machst du in der 3. Industriellen Revolution?

Wir sind eigentlich schon mitten in den Anfängen einer großen Veränderungen die bestimmt wie wir Waren produzieren und konsumieren in Zukunft. Und diese Veränderungen werden damit auch unser sozialgefüge ein weiteres Mal vollkommen auf den Kopf stellen. Daher ist es ratsam schon jetzt zu überlegen, wie man sich einbetten kann in diese neue Wirtschaftsform.

Wovon ich spreche ist, dass die Produktion demokratisiert wird und nicht mehr von Unternehmen mit großen Fertigungshallen ausgeführt wird. Das führt dazu, dass jeder Einzelne sich seine Güter die er braucht nach seinen Vorstellungen selber herstellen kann oder herstellen lassen kann. Im Prinzip das selbe, als ob man alles in der eigenen Werkstatt herstellt. Nur wird es in Zukunft möglich sein die Dinge nur noch am Computer zu entwickeln, auf einen Knopf zu drücken und man hat sofort danach den Artikel seiner Wahl.

Natürlich ist das auch heute schon möglich durch 3D Drucker. Allerdings sind Qualität und Kosten noch nicht auf einem annehmbaren Niveau, um es hier in die Wohnzimmer der breiten Bevölkerung zu schaffen. Die Standard 3D Drucker kosten aktuell 600€ aufwärts und können nur in Größen bis 20-30 cm drucken. Außerdem sind die Materialien für den Druck im Moment noch begrenzt auf Plastik (zu mindestens wenn den Kosten-Nutzen Aspekt anschaut). Damit ist es bisher einfach noch ein Spielzeug für Geeks. Es gibt auch schon Online-Druckservices bei denen man ein 3D Modell hochlädt und den Ausdruck zugeschickt bekommt (kann leider keine Aussage treffen über die Qualität der Services).

Warum sollten wir uns trotzdem darum kümmern?

Auch wenn die Technik noch nicht super ausgereift heutzutage, wird sie sich weiter entwickeln. Das Internet, der Personalcomputer oder gar das Automobil haben alle die selbe Entwicklung durch gemacht. Dass die Demokratisierung der Produktion kommt, ist garantiert.

Dabei könnten zwei Anwendungen besonders interessant sein:

  1. Das Drucken und Herstellen von Gegenständen für den eigenen Bedarf im Haus. Dadurch wird es viele Leute geben, die daraus ein Geschäft machen, so wie es mit Beginn des Internetbooms auf Ebay passiert ist. Die Produktion unserer Gegenstände wird so nun dezentral erledigt in kleinen Chargen. Da jedes Einzelteil genauso viel kostet wie das Vorherige oder das Nachfolgende (sprich es keine abnehmenden Grenzkosten gibt), kann dies für Kleinserien durchaus relevant sein!
  2. Das zweite Szenario wird sein, dass wir für alle größeren Gegenstände nur noch ein 3D Modell entwickeln (oder über Anwenderfreundliche Software Vorlagen anpassen) am Computer und dieses in einer Produktionsstätte hergestellt wird. Dort kann man sich gegen die entstehenden Kosten die Maschinen mieten und die Rohmaterialien kaufen. Dort werden nur noch die Rohmaterialien geliefert und die Verarbeitung erfolgt komplett über Maschinen. Sei es über 3D Drucker, Nähmaschinen oder Holzverarbeitungsmaschninen wie CNC Fräsen oder Lasercutter. Die fertigen Produkte werden am Ende der Fabrik wieder ausgespuckt in ein Paket gepackt und dann in den Lastwagen geladen. Irgendwann, wenn die Gesetze dies zulassen, wird auch dieser ohne Fahrer dann bis nach Hause fahren, um das Paket zu liefern.

Alles Zukunftsmusik?

Nicht zwingend. Eigentlich kann man sich solche Szenarien auch schon heute vorstellen. Von der technologischen Seite, sind wir schon dort. Allerdings sind die Kosten und Vorgänge noch so unangenehm, dass es noch seine Zeit braucht bis zur Massentauglichkeit.

Nun, aber das gibt uns die Möglichkeit zu überlegen wie die Arbeit und das soziale Gefüge in einer Welt mit dezentraler Produktion aussehen könnte. Wir alle wären eher darauf angewiesen kreativ zu arbeiten und uns in die Wünsche und Gedanken von anderen Menschen hineinzuversetzen. Wir nehmen das technische aus der Produktion und holen das Emotionale in den Vordergrund. Es wird also wichtiger als je zuvor Empathie zu üben und zu überlegen, was das Leben besser machen könnte für andere.

In dem Thema kann ich wärmstens einen meiner Lieblings-TED Talks empfehlen: https://www.youtube.com/watch?v=iG9CE55wbtY 

Natürlich wird es auch weiterhin noch Technologische Jobs geben und diese werden sogar immer anspruchsvoller werden. Allerdings werden regelmäßige und sich wiederholende handwerkliche Tätigkeiten nicht mehr stattfinden. Handwerk jedoch als solches, wird immer bestehen bleiben. Der Umbruch wird hart werden und leider viele Menschen treffen die sich nicht daran anpassen können. Es bleibt nur zu hoffen, dass unser Bildungssystem für Jugendliche und Erwachsene genug Möglichkeiten bereitstellen wird, sich schon früh an den Wandel anzupassen. Andernfalls müssen Entrepreneure dies tun 😉

 

Die Frage ist also wo wirst du sein und wie kannst du dich auf die 3. Industrielle Revolution vorbereiten?

 

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Weitere Ressourcen zum Thema:

Artikel von Harward Business Review: https://hbr.org/2016/02/entrepreneurs-take-on-manufacturing?utm_campaign=HBR&utm_source=linkedin&utm_medium=social

Buch: Makers – Das Internet der Dinge von Chris Anderson

 

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