Wo geht mein Weg hin? – Wie man herausfinden kann, was man nach Studium und Co. machen soll

Wir haben es nie so richtig gelernt Verantwortung für den eigenen Weg anzunehmen. Das Gefühl, wenn man auf einmal niemanden mehr hat der einen sagt, dass man doch am besten dies oder das machen solle. Es gibt keine Institution oder keinen vorgefertigten Lebensweg der uns sagt, wohin es zum Glück geht. Das Resultat ist, dass man wie benommen ist von den zahlreichen Möglichkeiten und erst einmal gar nichts macht. Ich finde das dies ein riesiges Problem darstellt unter <30 Jährigen heutzutage.

Der Grund für die Prokrastination ist, dass wir nicht lernen Entscheidungen zu treffen und diese mit Disziplin zu verfolgen. Zu lange warten wir auf den Punkt an dem wir endlich wissen wo unser Weg denn hin führt und was wir in unserem Leben machen sollen. In dieser Zeit des Hoffens, lenken wir uns erst einmal ab mit Reisen, Parties, Nebenjobs, Studium oder Yoga. Nicht das dies alles schöne Dinge sind, aber wenn das Leben nur darauf aufbaut, dann wird man in Beantwortung der Frage nicht weiter kommen. Betäubt und abgelenkt vom Leben fühlen wir uns beschäftigt und busy. Aber nicht wirklich glücklich.

Ich habe schon des Öfteren gehört, dass ich ja das Glück hatte schon früh zu wissen was ich machen will. Ja, ich bin sehr glücklich mit den Dingen die ich tagtäglich mache und bin mir sicher diesen Weg noch mehrere Jahre zu verfolgen. Ich fühle mich gebraucht, respektiert und spüre ständig neue Herausforderungen an denen ich wachsen kann. All dies führt dazu, dass ich jeden Morgen aufstehe und mir nicht die Frage stelle, was ich denn machen soll. Ich weiß es einfach. Diese Sicherheit macht mich glücklich und ich vermute, dass dies genau das ist was viele andere suchen.

Dabei hat mein glücklich sein nichts mit Glück zu tun. Ich bin der festen Überzeugen, dass es ziemlich konkrete Wege gibt um dahin zu kommen. Natürlich gibt es auf dem Weg immer wieder Ereignisse die glücklich erscheinen. So trifft man vielleicht einen Menschen der einem ganz neue Welten aufzeigt oder äußere Umstände ändern sich zum eigenen Vorteil. Das sind alles Dinge die man nicht planen kann. Aber Fakt ist, dass wir ständig Zufällen ausgesetzt sind die uns in unterschiedliche Richtungen lenken könnten. Da dies schon fast ein Naturgesetz ist, gibt es ein einfaches Rezept um dieses “Glück” für sich zu nutzen.

Man muss beständig seinen Weg gehen und dabei offen sein für jede Chance sein. Der Schlüssel ist die Beständigkeit.

Nun wie kann man aber erst einmal herausfinden welchen Weg man gehen soll? 

Zuerst sei gesagt, dass es viele richtige Wege gibt man muss also keine Angst haben, dass man den Falschen auswählt. Allerdings gibt es Wege die einfacher sind als andere, diese gilt es zu entdecken. Ich will die Punkte hier nur anreißen, da man zu jedem einzelnen sicherlich Bücher schreiben könnte. (und das wurde garantiert auch schon getan)

1) Rückblick in die Vergangenheit und Stärken identifizieren 

Das klingt banal, aber es ist super-kritisch. Leitfragen die man sich stellen kann um diese zu identifizieren können die folgenden sein:

– Was habe ich in der Vergangenheit im Flow geschafft ohne große Mühe zu verspüren? Für alle die nicht genau wissen was Flow bedeutet, schaut beim Genom Flow Project vorbei.

– Was habe ich komplett aus Eigeninitiative getan?

– Wann haben sich Leute bei mir bedankt für das was ich getan habe? Wieso taten sie es und wie kann ich das reproduzieren?

Im Idealfall gibt es eine Sache die für alle drei Leitfragen zutrifft. Das wäre dann etwas an dem man festhalten sollte, denn unweigerlich ist das eine Stärke die man hat. Bei mir war es zum Beispiel, als ich einer Band gespielt habe und Songs geschrieben habe. Das ging aus Eigeninitiative hervor, hat mir wenig Mühe gekostet und bei den Auftritten haben sich Leute bedankt. Ich konnte das sogar reproduzieren. Offensichtlich scheint kreatives Arbeiten und Schaffen von Songs/Kunstwerken/Produkten etwas zu sein, was ich verfolgen sollte.

2) Man sollte bei der Suche den Blick vor allem auf Aktivitäten legen und nicht auf einen Status.  

Niemand wird glücklich dadurch, dass er den Beruf XYZ hat. Man erfährt die Erfüllung durch die Tätigkeiten die man dabei macht. Die Ärztin wird nur merken, dass sie auf dem richtigen Weg ist, wenn sie Freunde empfindet dabei Menschen zu heilen. Klingt zwar logisch, aber trotzdem vergessen es viele bei ihren Entscheidungen.

3) Immer den nächsten Pfad gehen. 

Stellt euch die Metapher vor, dass das Leben einem Urwald gleicht mit einem Eingang und einem Ausgang. Wenn man noch Jung ist, dann steht man am Rand zwischen den jüngeren Bäumen und mann kann noch gut sehen, aber sobald man ins Innere schaut, wird es undurchsichtig. Man geht den Weg in den Wald und schnell trennt sich der Pfad in mehrere Wege auf. Welcher der spannendste, schönste oder leichteste ist kann man noch nicht erkennen. Was machen kann ist nur den Pfad zu gehen, der im Augenblick am besten aussieht. Sobald man diesen geht, werden wieder neue Abzweigungen entstehen und jedes Mal hat man die Wahl zwischen den Pfaden.

Um es wieder praktisch zu halten. Es ist wichtig sich erst einmal auf einem Pfad zu bewegen und darauf vertrauen, dass sich in Zukunft die richtigen Chancen auftun. Wichtig ist, dass man sich bewegt. Dafür sollte man zuerst den Weg gehen der am nächsten liegt. Du machst gerne Kunst, aber weißt noch nicht ob du das wirklich dein Leben lang machen willst und kannst? Dann versuche dich als Künstler und halte stetig die Augen offen nach neuen Wegen die von diesem Pfad abzweigen.

4) Welche Gefühle und Bedürfnisse erwarte ich wenn ich meine Bestimmung gefunden habe? 

Versuche zu visualisieren wie es sich anfühlt, wenn man das Gefühl hat angekommen zu sein. Wie fühlt sich das an? Was war der finale Schritt um dieses Gefühl zu erlangen? Von dort aus kann man überlegen, welche ähnlichen Situationen, Berufe oder Tätigkeiten es gibt die genau dieses Gefühl hervorrufen.

Der Weg den Weg zu finden ist kein leichter. Aber er ist absolut kritisch um Spaß zu haben im Leben und Erfüllung zu genießen. Dabei muss man in sich horchen und sich selber analysieren. Denn niemand anderes kann besser einschätzen, was gut ist für einen und demnach auch nicht die Entscheidung abnehmen was man nach dem Studium oder in ähnlichen Lebenssituationen tun soll. Die Entscheidung ist in deiner Verantwortung.

Euer Kevin

 

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