Wie viel Arbeit brauchen wir? – Ein Blick in die Zukunft der Arbeit und die Arbeit der Zukunft.

Letzte Woche war ich bei einem Vortrag in dem es um die Zukunft der Technologie und die Potentiale für Tech-Start Ups ging. Also, dass wir die DNA verändern können, dass wir Dronen und Roboter haben die unseren Alltag erleichtern oder kostenlose Energienutzung. Bla Bla Bla.

Nein nicht falsch verstehen, also ich finde das alles sehr spannend und es wird auch alles so oder so ähnlich passieren, so lange da ein Geschäftsmodell für jemanden dahinter steckt und es niemanden in seiner Freiheit einschränkt.

Aber vor allem eine Aussage fand ich sehr spannend und sie passt wunderbar mit dem zusammen, was schon seit mehreren Wochen in meinem Kopf rumspielt. Die Aussage ging in etwa so:

Wenn wir durch Technologie in Zukunft weniger arbeiten müssen, was würden wir dann mit dem Rest der Zeit machen?

In dem Gespräch ging es dann vor allem auch um Entertainment und Virtual Reality. Aber wo mich dieser Gedankenanstoß eigentlich hingebracht hatte ist, wieso wir überhaupt arbeiten? Denn wenn Arbeit und Aufwand um unser Dasein zu erhalten nur noch einen kleinen Teil unserer Zeit ausmacht, wozu dann noch weiter arbeiten?

Menschen arbeiten heutzutage in der Regel, um sich Wertgegenstände und Reichtümer anzuhäufen. Das gilt vor allem für die die Vollzeit arbeiten und mindestens ein Durchschnittsgehalt haben (es gibt leider aber auch genügend Menschen in unserem Land, bei denen Vollzeit gerade ausreicht zum leben). Denn der Bedarfs um vernünftig zu leben liegt bei unter 1000€. Damit kann man sogar seine Krankenversicherung bezahlen und sich Reserven anlegen. Dafür muss man selbst heutzutage bei Mindestlohn maximal 30h die Woche arbeiten. In aller Regel reichen schon 20h um dies zu erreichen.

Vor einigen Jahrzehnten musste man noch Vollzeit arbeiten um sich den grundlegenden Lebensstandard von heute leisten zu können. Heute ist es Halbzeit. Mit zunehmender effektiver Produktion, wird es irgendwann nur noch 5- 10h sein, die wir dafür brauchen. Wir werden also viel viel Zeit in der Zukunft haben.

Die Art wie viele heutzutage diese zusätzliche Zeit nutzen, ist in dem sie mehr arbeiten um sich zusätzliche Wertgegenstände zu leisten oder in dem sie sich ablenken durch Elektronik, Party oder Reisen.

Beide Wege wirken so, als ob wir nichts besseres zu tun hätten auf der Welt mit unserer Zeit. Als ob wir ein Mindestmaß erfüllen müssten für Andere oder die Gesellschaft (Arbeit) und das alles was danach kommt, möglichst viel einem persönlich nutzen muss.

Doch leider ist es so, dass die Arbeit die es braucht um wirkliche Probleme auf dieser Welt zu lösen dadurch nur geringfügig kleiner wird. Im Gegenteil, werden durch Konsum diese oftmals noch verstärkt. Dabei haben wir doch all die Zeit, die wir gemeinsam nutzen könnten, um Probleme wie Armut, fehlende Schulbildung oder das Bienensterben zu lösen. Wenn jeder von uns 10h die Woche nehmen würde dafür, würde kaum jemand seinen Lebensstandard einschränken müssen.

Das ist zusammengefasst ein Plädoyer für das Bedingungslose Grundeinkommen. Und die Zukunft die uns technologische Erneuerungen und die damit verbundenen Freiheiten, können uns den Weg ebenen in eine glorreiche Zeit des Reichtums. Eine Zeit in der jeder reich ist, da alles Lebensnotwendige mit wenig Arbeit produziert werden kann und somit jeder in seiner Freizeit durch zusätzliche Arbeit zur Lösungen der Weltprobleme beiträgt.

Utopisch?

Vielleicht. Aber du könntest selber bei dir anfangen und fragen, wie viel brauche ich wirklich und was kann ich sinnvolles machen in meiner übrigen Zeit. Vielleicht kannst du ja sogar gleich Arbeit und die Lösung von gesellschaftlichen Problemen kombinieren? Auch könntest du Initiativen für das Grundeinkommen pro-aktiv unterstützen und mit anderen in Dialog dazu treten, wie die Welt und dein Alltag dadurch aussehen würde. Oder du engagierst dich in Vereinen und bringst dein Wissen und deine Fähigkeiten dort ein.

Starte etwas! Die Antworten und Lösungen kommen erst auf dem Weg und stehen nicht am Anfang.

 

Euer Kevin

 

 

 

 

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